UNEL

Die Union Nationale des Etudiant-e-s du Luxembourg (UNEL) wurde ursprünglich gegründet, um die luxemburgischen Studierenden auf internationaler Ebene zu vertreten, da keine der beiden bestehenden nationalen Studentenorganisation, der 1910 gegründete katholische „Akademikerverein“ (AV, heute ALUC) noch die 1912 ins Leben gerufene laizistische und linksliberale „Association générale des étudiants luxembourgeois“, von sich aus behaupten konnte, die Mehrheit der luxemburgischen Studenten zu vertreten. Am Rande des interalliierten Kongress der Studenten 1919, der den Anlass zur Gründung der „Confédération internationale des Etudiants“ (CIE) bot, fanden diesbezüglich Diskussionen zwischen den Präsidenten beider Organisationen, Joseph Wolter und Georges Schommer, statt. Schließlich unterzeichneten AV und ASSOSS am 20. August 1920 den Gründungsvertrag der neuen UNEL (damals noch „Union nationale des Etudiants luxembourgeois“), die noch im gleichen Jahr in die CIE aufgenommen wird.

Diese erste UNEL besteht – mit einer Unterbrechung zwischen 1933 und 1936, als die politischen Differenzen zu AV und ASSOSS zu schwerwiegend wurden – bis zum deutschen Einmarsch 1940, in Folge dessen der AV verboten wurde und die ASSOSS sich selbst auflöste.

1951 lancierte Jean Barbel, Präsident des Zirkels der Luxemburger Studenten in Lüttich, die Initiative zur Neugründung der UNEL, diesmal auf Grundlage der Studentenzirkel im Ausland, die zum Teil bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts existieren. ASSOSS und ALUC protestierten zunächst gegen diese Usurpation des alten Namens UNEL, konnten aber nach einigen Diskussionen dazu bewegt werden, selbst der neuen Struktur beizutreten. Ab 1952 fungierte die UNEL als Dachverband aller luxemburgischen Studentenorganisationen und umfasste zu diesem Zeitpunkt fast alle Studierenden Luxemburgs. In den 1960ern kamen zusätzlich noch die branchenspezifischen Organisationen, wie die Vereinigung der Ingenieurstudenten ANEIL oder der Medizinstudenten ALEM usw., hinzu. Zugleich wurde ab 1962 auch die individuelle Mitgliedschaft in der UNEL ermöglicht, und die UNEL begann sich von einem Dachverband hin zu einer einheitlichen Studentenorganisation zu entwickeln.

Die UNEL der 1950er und 1960er verstand sich als Studierendengewerkschaft und legte den Schwerpunkt auf soziale Themen wie die Studienbörsen, Studentenwohnungen, die Demokratisierung des Bildungswesens, aber auch die Forderung der Abschaffung der Wehrpflicht (die 1967 erfolgte). Ein Hauptanimateur war der spätere Staatsminister Gaston Thorn, und auch sonst findet man in den Mitgliedslisten des UNEL-Vorstands dieser Zeit fast ein who’s who der luxemburgischen Politik der 1970er, 1980er und 1990er Jahre.

Die UNEL als einheitlicher Dachverband zerfiel in Folge der Ereignisse von Mai 1968 in Deutschland und Frankreich, und der auch in Luxemburg spürbaren Radikalisierung der Studierenden. Auf dem Osterkongress 1969 wurde eine Motion der „kontestatären“ Strömung angenommen; als Reaktion trat der UNEL-Vorstand zurück und die ALUC sowie die Mehrzahl der Branchenverbände erklärten ihren Rücktritt aus der UNEL. Nachdem Ende Dezember des gleichen Jahres auch die ASSOSS von linksradikalen Studierenden übernommen wurde und sich von einer Studierendenorganisation in eine linke politische Partei („Gauche socialiste et révolutionnaire“) verwandelte, wurde eine Umorganisierung der UNEL unumgänglich.

Dieser Prozess wurde auf dem Weihnachtskongress 1971 abgeschlossen, der eine klare Trennlinie zwischen der Mitgliedschaft in den folkloristischen Studentenzirkeln (die 1984 die ACEL gründeten) und der individuellen Mitgliedschaft in der UNEL und ihren Sektionen in den Universitätsstädten zog. Anfang der 1970er Jahre war die UNEL zu einer Art Kartell der Studierendenorganisationen linker politischer Parteien geworden: die „Etudiants socialistes“ (LSAP), die „Orientation syndicale“ (KPL), die „Spartacus“-Zirkel (LCR, trotzkistisch) und der „Kommunistische Studentenverband“ (KBL, maoistisch), sowie der 1972 ausgetretene „Cercle des étudiants libéraux“ (DP) und der kurzlebige „Cercle des étudiants critiques“.

Nachdem zunehmend individuelle Mitglieder hinzukamen, die sich in keiner dieser Organisationen wiederfanden, wurde diese Aufteilung im Laufe der 1970er hinfällig. 1977 wurden neue Statuten angenommen und die UNEL wurde als fortschrittliche, aber politisch unabhängige Studentenorganisation definiert. Die UNEL fokussierte sich in den Folgejahren wieder verstärkt auf soziale studentische Themen.

Anfang der 1990er erweiterte sich die UNEL, indem sie nun mehr auch Sekundarschüler*innen aufnahm. Die UNEL unterstützte die verschiedenen Schüler*innenstreiks in den 1990ern, wie z.Bsp. den Jumbostreik von 1994, durch logistische Hilfe. Zugleich engagierte sich die UNEL wieder verstärkt auf internationaler Ebene, im europäischen Studierendendachverband ESIB (heute ESU – European Students‘ Union) und in der europäischen Schüler*innenorganisation OBESSU.

In den 2000ern konnte sich die UNEL nach einer mehrjährigen Durststrecke erneuern. Seitdem mobilisiert die UNEL verstärkt auch auf der Straße, sei es 2003 gegen den Irakkrieg, 2006 gegen die „5611“-Maßnahmen oder am 25. April 2014 gegen das neue Studienbörsengesetz des Ministers Claude Meisch.

 

Liste des Bureaux nationaux et des Groupes de Coordination (à partir de 2015) de l’UNEL 1985 – 2016

 

P = Président, VP = Vice-Président, SG = Secrétaire général, SA = Secrétaire adjoint, T = Trésorier, M = Membre, MA = Membre associé, PP = Porte-Parole (à partir de la réforme des statuts en 2015)

 

1985: (bureau élu en avril) Romain Nati P, Lynn Spielmann SG, Carlo Koepp T

 

1986: Romain Nati P, Serge Pommerell SG, ???

 

1987: Paul Strack P, Roy Reding VP, Viv Goffinet SG, Nicole Jemming SG, Serge Pommerell M, Jean-Claude Weidert M

 

1988: Serge Pommerell P, Viv Goffinet VP, Murielle Weydert SG, Marc Weyland T, Karin Waringo M, Nicole Jemming M, Roy Reding M, Paul Rollinger M, Paul Strack M

 

1989: Viv Goffinet P, Théo Tibesart VP, Nicole Jemming SG, Romain Nati T, Dorothée Conter M, Serge Pommerell M

 

1990: Théo Tibesart P, Romain Betz SG, Françoise Meder T, Norbert Sehl M, Nicole Jemming M, Claude Weiten M, Sam Mathieu M, Christian Diderich M

 

1991: Théo Tibesart P, Christian Diderich SG, Robi Müller T, Claude Brahm M, Norbert Sehl M, Claude Weiten M, Sam Mathieu M

 

1992: Théo Tibesart P (démissionne en avril), Marc Molitor VP, puis P à partir d’avril, Claude Brahm SG, Jeff Ackermann T, Pascale Kolb M, François Mersch M, Romain Betz M, Claude Weiten M, Robi Müller M

 

1993: Marc Molitor P, Frank Engel SG, Claude Weiten T, Lex Iacono M (démissionne en avril), Eric May M (démissionne en avril), François Mersch M, Claude Brahm M ?, Robi Müller ?

 

1994: Marc Molitor P, Alain Reuter SG, André Detaille T, Frank Engel M, Dirk Leistico M, François Mersch M, Théo Tibesart M

 

1995: Frank Engel P, Wouter Kornelis VP, Alain Reuter SG, Théo Tibesart SA, André Detaille T, Jang Sinner M, Mike Wolter M, Marc Molitor M

 

1996: Jang Sinner P, Mike Wolter VP, Théo Tibesart SG, Alain Reuter SA, Wouter Kornelis T, Charlotte Pattison M (à partir d’avril), Eric Hamus MA (à partir de septembre), Christian Ludovicy MA (à partir de septembre)

 

1997: Eric Hamus P (démissionne en septembre, reste comme M), Jang Sinner VP, Frédéric Krier SG (P à partir de septembre), Alain Reuter SA (SG à partir de septembre), Wouter Kornelis T, Théo Tibesart M, Dan Hientgen M, Lucien Kurtisi M (à partir d’avril), Alain Martin (à partir d’avril)

 

1998: Frédéric Krier P, Lucien Kurtisi VP (démissionne en avril), Sascha Wagener VP (à partir d’avril), Théo Tibesart SG, Eric Hamus SA (à partir de septembre), Alain Martin T

 

1999: Frédéric Krier P, Sascha Wagener VP (jusqu’en septembre), Nadine Rassel VP (à partir de septembre), Eric Hamus SG, Christian Ginter SA (jusqu’en septembre), Alain Martin T, Claude Frentz M, David Wagner M, Melanie Noesen M, Théo Tibesart MA

 

2000: David Wagner P, Alain Martin VP, Frédéric Krier SG, Nadine Rassel SA, Melanie Noesen T, Claude Frentz M, Jean-Paul Espen M (à partir de septembre)

 

2001: David Wagner P, Alain Martin VP, Ben Thomas SG, Adrien Thomas SA, Melanie Noesen T, Nadine Rassel M, Jean-Paul Espen M, Dany Rasqué M

 

2002: Commissariat: Théo Tibesart, Melanie Noesen, Adrien Thomas, Dany Rasqué, Frédéric Krier T

 

2003: Adrien Thomas P, David Wagner SG, Melanie Noesen T

 

2004: Commissariat: Théo Tibesart, Frédéric Krier, David Wagner, Adrien Thomas, Eric Wintersdorff, Luc Ramponi T

 

2005: Luc Ramponi P, Michel Erpelding VP, Claude Ballini SG, David Wagner SA, Frédéric Krier T, Adrien Thomas M, Gilles Ramponi M

 

2006: Michel Erpelding P, Pia Oppel VP, Gilles Ramponi SG, Melanie Noesen SA, François Benoy T, Luc Ramponi M, Ben Thomas M, Jang Reuter M, Claude Ballini M

 

2007: Michel Erpelding P, Isabelle Steichen VP, Gilles Ramponi SG, Morris Weimerskirch SA, Georges Thill T, Mateusz Buraczyk M, André Frederes M, Nùria Garcia M, Ben Thomas M, Claude Ballini MA

 

2008: Vera Dockendorf P, Nico Fehlen VP, Pascal Klons SG, Morris Weimerskirch SA, Georges Thill T, Claude Ballini M, Michel Erpelding M, Gilles Ramponi M, Ben Thomas M

 

2009: Nico Fehlen P, Morris Weimerskirch VP, Pascal Klons SG, Kim Diederich SA, Max Wolter T, Jean Krier M, Ben Thomas M, Milena Steinmetzer M, Vera Dockendorf M, Michel Erpelding MA

 

2010: Nico Fehlen P, Kim Diderich VP, Pascal Klons SG, Morris Weimerskirch SA, Max Wolter T, Mona Steinmetzer M, Jean Krier M, Michel Erpelding M, Philippe Schumann M

 

2011: Nico Fehlen P, Kim Diderich VP, Pascal Klons SG, Philippe Schumann SA, Max Wolter T (démissione en septembre), Pol Mollitor T (à partir de septembre), Morris Weimerskirch M, Aurélie D´Incau M, Pol Reuter M

 

2012: Kim Diderich P, Pol Reuter VP, Philippe Schumann SG, Leo Gaasch SA, Pol Mollitor T, Maxime Weber M, Sara San M, Manuel Quaring M

 

2013: Kim Diderich P, Pol Reuter VP, Philippe Schumann SG, Leo Gaasch SA, Pol Mollitor T, Vicky Reichling M, Flore Friden M, Magda Orlander M

 

2014: Pol Reuter P, Flore Friden VP, Leo Gaasch SG, Magda Orlander SA, Philippe Schumann T, Claude Biver M, Kim Diderich M, Metty Steinmetz M, Milena Steinmetzer M

 

2015: Sarah Diederich PP, Pol Reuter PP, Claude Biver SG, Leo Gaasch SA, Kim Diderich T (suite à une réforme des statuts le Bureau national a été remplacé par le Groupe de Coordination)

 

2016: Kelly Kosel PP, Pol Reuter PP, Leo Gaasch SG, Lara Mack SA, Luc Fischer T

 

2017: Lisa Kersch PP, Kelly Kosel PP, Sophie Née SG, Leo Gaasch SA, Pol Reuter T